Ich kann es nicht mehr hören: Die üblichen Ernährungsratschläge betonen immer und immer wieder: “Niemand will Dir Deine Pizza nehmen”. “Für alles ist Platz, aber in Maßen”. “Gelegentlich was Süßes ist nicht verboten”

Ein Rant!

Es ist völlig normal und unverdächtig, den Tag mit Karamel-Sirup-Kaffee und süßem Gebäck zu starten - und die Frage “Soll ich Dir was mitbringen?” ist rhetorisch zu verstehen: Sie bedeutet “Was soll ich Dir mitbringen?” - das ob ist nicht die Frage.

Kuchen am Nachmittag, und insbesondere zum Geburtstag, ist gesetzt. Wer den ablehnt ist verdächtig, riskiert Ausgrenzung und muss sich erklären (1).

In genau diese Kerbe schlägt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Überwiegend öffentlich finanzierte NGO, staatlich beauftragte Ernährungsinstanz mit ihren Ernährungsrichtlinien, die die höchste Priorität auf “Business as usual” legt: Ja keine Gewohnheiten ändern ist das wichtigste Prinzip der aktuellen Richtlinien.

Mehr dazu hier:

Ein Brett mit diversem Gemüse und zwei Eiern

“Höchste Priorität hat: Weiter so wie bisher!”

Und auch die weiteren Prioritäten der DGE für ihre Ernährungsrichtlinien sind nicht sehr überzeugend.

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Es ist eher befremdlich, die Bestellung eines Softdrinks (Cola, Limonade) im Restaurant zu kommentieren - und das obwohl allen die totale Nährstofflosigkeit vollständig bewusst ist.

Dagegen stelle ich den Moment bei der Bestellung eines Steaks darum zu bitten, die Kartoffel durch Butter zu ersetzen: Das fühlt sich an, als ob alle am Tisch Sitzenden befürchten, dass man das Restaurant nicht auf eigenen Füßen verlassen wird, sondern in die nächste kardiologische Ambulanz eingeliefert wird, wenn man dieses Essen auch nur ansieht.

“Für Dessert habe ich einen Extra-Magen” ist eine Verniedlichung der Normalisierung von Zucker. Der Verzicht darauf muss gerne mal begründet werden (1). Schon wieder.

Wöchentlich 350g Zucker sind akzeptiert (2) . Wöchentlich 300g Fleisch sind die geratene Obergrenze in den Ernährungsrichtlinien der DGE. Fleisch ist eines der nährstoffdichtesten Lebensmittel mit hoher Bioverfügbarkeit, Zucker enthält außer “leeren Kalorien” nichts - und selbst die Nicht-essenzielle Nährstoffe sind solche, die der Körper zwar braucht und verwerten kann, aber die er selbst aus anderen Nährstoffen herstellen kann. Sie müssen nicht über die Nahrung aufnehmen muss. der Körper absolut nicht. Ist das diese Ausgewogenheit, von der immer alle reden?

Niemand will Dir Deine Pizza nehmen.

Und genau das ist das Problem.

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  1. Glücklicherweise sind wir gesellschaftlich inzwischen so weit, dass das zumindest der Verzicht auf den Verdauungsschnaps nicht mehr begründet werden muss.
  2. Die DGE (und die WHO) empfehlen nicht mehr als 10% der Kalorien aus Zucker zu sich zu nehmen. Bei 2000kcal/Tag sind das 50g/Tag oder 350g/Woche