Fleisch gilt als extrem nährstoffreich und gleichzeitig krebserregend - wie kann das sein, und was steckt dahinter?

Eine häufig zitierte Publikation

2015 erschien der IARC-Report “Carcinogenicity of consumption of red and processed meat” (1), ein Artikel und eine Metastudie, die verarbeitetes Fleisch als “krebserregend”, und rotes Fleisch als “wahrscheinlich krebserregend” bezeichnete.

Schauen wir uns die Studie und die Ergebnisse mal genauer an, von deren Erstellung eines der Mitglieder des Komittees, David Klurfeld, gesagt hat:

Das war die frustrierendste berufliche Erfahrung meines Lebens (2)

Es handelt sich um eine Metastudie, nach eigenen Worten

Die Arbeitsgruppe wertete mehr als 800 epidemiologische Studien aus, die den Zusammenhang zwischen Krebs und dem Konsum von rotem oder verarbeitetem Fleisch untersuchten - in vielen Ländern, auf mehreren Kontinenten, mit unterschiedlichen Ethnien und Ernährungsweisen (3)

Eine eindrucksvolle Anzahl an Studien, die hier in Betracht gezogen wurden. Folgen wir aber den Aussagen von David Klurfeld, erfahren wir:

…haben sich 800 Studien angesehen, aber nur 18 verwendet… (4)

Wer etwa zwei Stunden Zeit hat, kann sich ein Interview mit David Klurfeld anschauen, in dem er Einblicke in das Zustandekommen der Studie gibt, die weit über das hinausgehen, was ich hier zusammenfasse. Die genannte Aussage der 18 genutzten Studien findet sich dort bei ca 18:30.

The Truth About Red Meat & Cancer Risk with USDA Scientist Dr. David Klurfeld
“The Truth About Red meat & Cancer Risk with USDA Scientist Dr. David Klurfeld / Dr. Gabrielle Lyon”

Er hat außerdem zum Thema publiziert (5) .

Hier geht es um die (wissenschaftlichen) Gründe, warum ich den Report nicht ernst nehmen kann.

Epidemiologische Studien

Alle betrachteten Studien sind epidemiologisch - und die sind konstruktionsbedingt blind für Ursache und Wirkung, solange die Korrelation nicht überdeutlich ist. Grundsätzlich gilt: In epidemiologischen Studien gilt ein gefundener Unterschied mit einem Faktor von unter 2 als schwach und anfällig für Confounding (6) .

Das würde bedeuten, dass die beiden betrachteten Gruppen - beispielsweise solche, die Fleisch essen oder nicht - sich um mindestens den Faktor 2 im Risiko unterscheiden müssen, damit die Studie als eine angesehen wird, die eine nähere Betrachtung verdient. Faktor 2 bedeutet auch eine 100% Erhöhung des Risikos

Direkt im Zusammenhang mit dem Faktor ist es gut, sich einen zweiten Faktor mit anzusehen, und das machen wir jetzt auch, bevor ich auf ihn zurückkomme

(Von Dr Klurfeld lernen wir, dass diese Schwelle der Glaubwürdigkeit in der Ernährungswissenschaft scheinbar nicht ernst genommen wird - und das, obwohl auch in diesem Feld die Statistik den gleichen Regeln folgt, wie überall sonst. Mehr dazu auch weiter unten)

Relatives vs Absolutes Risiko

Die Aussage im IARC-Report ist

Der Konsum von 50 g verarbeitetem Fleisch pro Tag erhöht das Risiko für Darmkrebs um 18 %

In Untersuchungen dieser Art gibt es zwei Arten, ein Risiko zu betrachten: Als absolutes- oder als relatives Risiko.

IARC behandelt hier das relative Risiko: Das Risiko erhöht sich um 18%, und nicht auf 18%. Schauen wir uns absolute Zahlen an (es hat eine Weile gedauert, bis ich welche gefunden habe - viele beschränken sich auf die Faktoren, die ein Risiko erhöhen, ohne die Grundlage, das absolute Risiko, zu benennen)

Das absolute Risiko irgendwann im Leben an Darmkrebs zu erkranken liegt bei ca 5% (7) . Im statistischen Mittel werden also circa 5 von 100 Personen an Darmkrebs erkranken.

Steigern wir dieses Risiko um 18%, so landen wir bei 5,9% absolutem Risiko. Eine Steigerung um 0.9 Prozentpunkte macht aber natürlich keine so eindrucksvolle Überschrift wie ein relatives Risiko von 18%.

Kombinieren wir dieses mit der Aussage von oben: In epidemiologischen Studien werden in der Wissenschaft normalerweise Faktoren größer 2 erwartet, damit ein Ergebnis es Wert ist überhaupt auch nur angesehen zu werden (in relativem Risiko ausgedrückt wäre das eine Erhöhung um 100%), so kommen wir dazu, dass die Aussage zunächst mal kein wissenschaftlich fundiertes Ergebnis (außerhalb der Ernährungswissenschaft) ist.

Was ist aber der Grund, dass man einen solchen Faktor fordert?

Ein Problem: Healthy User Bias

Die IARC-Daten basieren auf Beobachtungsstudien aus den 1980er, 1990er und 2000er Jahren. In genau diesen Jahrzehnten galt die offizielle Devise: “Fleisch und gesättigte Fette sind ungesund, meidet sie!”

Nun fragen wir uns: Wer hat in dieser Zeit viel billiges, verarbeitetes Fleisch gegessen?

Ganz einfach. Menschen, die sich generell nicht um ihre Gesundheit geschert haben. Die Daten zeigen: Die Gruppe mit dem höchsten Fleischkonsum rauchte statistisch deutlich mehr, trank mehr Alkohol, bewegte sich kaum, war übergewichtig und aß kaum Gemüse oder Ballaststoffe.

Gegenkontrolle: Wer aß wenig Fleisch?

Klar: Gesundheitsbewusste Menschen (die den damaligen Richtlinien folgten). Sie machten Sport, rauchten nicht, tranken weniger und aßen Salat.

Aus den drei bisherigen Punkten wird klar, dass epidemiologische Studien unter Umständen dazu gut sein können, eine Hypothese aufzustellen - aber in der Regel nicht, um Ursache und Wirkung aufzuzeigen. Insbesondere nicht, wenn die Abweichung sehr gering ist.

Mit anderen Worten: Die Studie hat vielleicht weniger ‘Fleisch macht krank’ gemessen als ‘Wer in den 90ern Tütensuppe mit Zigaretten kombiniert hat, lebt nicht lange’.

Noch ein Problem: Erhebung und Zusammenfassung

Bei den in der Ernährungswissenschaft üblichen epidemiologischen Studien handelt es sich oft um sogenannte “Food-Frequency-Questionnaires”, Ernährungsfragebögen. Diese bildeten den Großteil der untersuchten Studien.

Dabei werden Menschen gefragt: “Wie viele Gramm Leberwurst haben Sie in den letzten 12 Monaten im Durchschnitt pro Woche gegessen?” oder “Wie oft haben Sie im letzten halben Jahr Speck konsumiert?”. Niemand kennt die korrekte Antwort auf die Frage, aber das hält natürlich auch niemanden davon ab, daraus globale Empfehlungen abzuleiten…

Und natürlich fragt man nicht nur nach einzelnen Zutaten, sondern nach Kategorien oder Gerichten. Problem: Die Auswertung. Um die Daten auswerten zu können, werden sie gerne zusammengefasst: Wenn beispielsweise nach der Häufigkeit des Essens von Hamburgern gefragt wird, werden diese häufig schlicht als “Fleisch” ausgewertet, obwohl im Menü nur rund 10 % der Kalorien tatsächlich aus Fleisch stammen.

Der Hamburger FunFact im Detail

Ein Hamburger in Nahaufnahme - ohne Pommes Frites und ohne Getränk

Hamburger: Hypervegetarisch?

Ist eines der ikonischsten Fleischgerichte ein Fleischgericht? Eine amüsante Einsicht

Weiterlesen →

So viel zur Zusammenfassung. Die Erhebung ist allerdings auch nicht besser: Schließlich sind es Menschen, die diese Fragebögen beantworten. Niemand weiß genau, was er oder sie im letzten Jahr gegessen hat - und es wird gern “geschätzt” - üblicherweise passen die Angaben nicht zu Statistiken, und nicht zur benötigten Gesamtmenge. Man schummelt sich eher gesund, indem man “erwünschte” Antworten gibt.

Kurz: Eine weltweite Empfehlung auf lückenhaften Erinnerungen aufzubauen ist methodisch fahrlässig - in der Ernährungswissenschaft aber offenbar Alltag.

Was die IARC mit ihren Kategorien meint

Nachdem wir jetzt gesehen haben, wie ernst man die Ergebnisse nehmen kann, sind noch zwei Punkte übrig, die auch immer gern im Zusammenhang mit der Studie genannt werden:

Die Kategorien 1 und 2:

Es heißt immer so schön: Verarbeitetes Fleisch wurde in die gleiche Kategorie eingeordnet wie Rauchen, Asbest und Plutonium. Sehr plakativ, aber das bedeutet nicht, was man landläufig denkt: Wie die WHO in ihren FAQ (8) aufklärt: In diese Gruppe einsortiert zu werden bedeutet explizit nicht, dass von allen Stoffen darin die gleiche Gefahr ausgeht (wie man eigentlich auch schon am Unterschied zwischen dem Rauchen und Plutonium sehen kann). Wir betrachten zwei Fragen zusammen:

Verarbeitetes Fleisch wurde als Gruppe 1 eingestuft, krebserregend für den Menschen. Was bedeutet das?

Diese Kategorie wird verwendet, wenn es ausreichende Belege für die Karzinogenität beim Menschen gibt. Mit anderen Worten: Es gibt überzeugende Belege dafür, dass der Stoff Krebs verursacht. Die Bewertung beruht üblicherweise auf epidemiologischen Studien, die die Entstehung von Krebs bei exponierten Menschen zeigen.

Im Fall von verarbeitetem Fleisch beruht diese Einstufung auf ausreichenden Belegen aus epidemiologischen Studien, dass der Verzehr von verarbeitetem Fleisch Darmkrebs verursacht.

Verarbeitetes Fleisch wurde als krebserregend für den Menschen eingestuft (Gruppe 1). Tabakrauchen und Asbest sind ebenfalls beide als krebserregend für den Menschen eingestuft (Gruppe 1). Bedeutet das, dass der Konsum von verarbeitetem Fleisch genauso krebserregend ist wie Tabakrauchen und Asbest?

Nein. Verarbeitetes Fleisch wurde in dieselbe Kategorie eingeordnet wie krebsverursachende Stoffe wie Tabakrauchen und Asbest (IARC-Gruppe 1, krebserregend für den Menschen), aber das bedeutet NICHT, dass sie alle gleich gefährlich sind. Die IARC-Klassifizierungen beschreiben die Stärke der wissenschaftlichen Evidenz dafür, dass ein Stoff eine Krebsursache ist - und nicht das Ausmaß des Risikos. (9)

Kategorie 1 heißt “Wir sind uns sicher”, nicht “Es ist schlimm”. Bacon und Rauchen teilen sich also die Vertrauens-, nicht die Gefahrenstufe.

Und wie sicher man sich sein kann, haben wir oben bereits gesehen - aber nochmal explizit: Eine Besonderheit der Ernährungswissenschaften ist: Randomisierte Langzeitstudien zu einzelnen Nährstoffen sind schwierig und ethisch heikel - also lässt die Ernährungswissenschaft Epidemiologie einfach als ‘gut genug’ durchgehen. Die hier ausreichenden Kriterien haben wir bereits in den ersten Absätzen hier gesehen: Ein relatives Risiko von 1,18, oder 18%, reichen der IARC als starke wissenschaftliche Evidenz aus.

Mir, und WissenschaftlerInnen außerhalb der Ernährungswissenschaften nicht.

Verschwörung?

Wer zu Beginn gedacht hat, dass das knapp 2 Stunden lange Interview mit David Klurfeld (Erinnerung: Eines der Mitglieder der IARC Arbeitsgruppe) zu lang sind, aber bis hierher den Ausführungen kopfschüttelnd folgt, hat immer noch die Möglichkeit, seine detaillierten Ausführungen anzuhören, oder seine Veröffentlichungen zum Thema zu lesen.

Er erklärte (unter anderem im Video oben) öffentlich, dass sich unter den 22 Stimmberechtigten des Panels eine signifikante Anzahl von überzeugten Vegetariern/Veganern befand. Er kritisierte, dass die IARC finanzielle Interessenkonflikte extrem streng abfragt, persönliche Ideologien oder die eigene Ernährungsform der Forscher aber komplett ignoriert – obwohl diese den Bias massiv beeinflussen.

Er berichtete, dass Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Fleisch und Krebs zeigten (darunter große, qualitativ hochwertige Daten), von der Mehrheit des Gremiums systematisch ignoriert oder herabgestuft wurden. Wenn er oder andere Forscher darauf hinwiesen, wurden diese Einwände schlicht weggestimmt (800 vs 18 Studien in der Auswahl).

Klurfeld schreibt schon im Abstract seines Artikels “Research gaps in evaluating the relationship of meat and health” (5):

Die Beobachtungsstudien sind heterogen und erfüllen viele der Punkte nicht, die A.B. Hill 1965 zur Ableitung von Kausalität vorgeschlagen hat; sein wichtigster Faktor war die Stärke des Zusammenhangs, die in Ernährungsstudien üblicherweise < 1,5 beträgt, aber in praktisch allen anderen Bereichen der Epidemiologie außerhalb der Ernährung nicht als ausreichend gilt (10)

Warum machen die sowas?

Ich kann nur spekulieren, aber nachdem ich David Klurfelds Argumente gehört habe, reichen alle diese Spekulationen in die gefährliche Nähe von Verschwörungstheorien.

Die IARC mag einen so geringen Faktor für “starke wissenschaftliche Evidenz” halten - mir reicht das nicht. Selbst die ansonsten beim Fleisch eher zurückhaltende Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Überwiegend öffentlich finanzierte NGO, staatlich beauftragte Ernährungsinstanz vermerkt auch, dass dieses sehr nährstoffreich ist.

Es passen einfach zu viele Dinge nicht zusammen. Und wissenschaftsfeindlich kann man ein Bestehen auf die üblichen Kriterien ja nun auch nicht gerade nennen. Wenn man es so nimmt, ignoriert da eher die Ernährungswissenschaft etablierte wissenschaftliche Prozesse - und räumt bei berechtigter Kritik diese nicht mal aus.

Und zu guter letzt: Selbst die IARC sagt in ihrem eigenen Report zur Kategorie 2a, in die sie rotes Fleisch einsortiert haben:

…andere Erklärungen für die Beobachtungen (fachlich als “Zufall”, “Bias” oder “Confounding” bezeichnet) konnten nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden (11) (12) .

(╯°□°)╯︵ ┻━┻

Mehr Artikel über wissenschaftliche Themen

Ein wie ein Detektiv anmutender rauchender Mann in Anzug und Hut sitzt mit Lupe in einem Sessel
Geliefert wie bestellt

Ein Team von WissenschaftlerInnen hat Schriftverkehr aus den 1960er Jahren ausgegraben: Die Zuckerindustrie zahlte, Harvard forschte, Fett bekam die Schuld.

Nachstellung des bekannten 'Evolution des Menschen' Mems mit Silhouletten-Aufstellern, angeführt von einem echten Menschen, der auf sein Telefon schaut
Evolutionäre Assoziation Kapitel 1: Zusammensetzung des Fettgewebes

Dein Hüftgold ist ein Ernährungstagebuch der letzten Jahre - und viele Einträge stammen aus der Fritteuse.

Ein kleines Kind am unteren Ende einer sehr großen Steintreppe
Wer sollte den Ratschlägen hier folgen?

Eine Zusammenfassung von Artikel-Links auf dieser Site, für den themenbasierten einfachen Einstieg

Ein Hammer, der aussieht, als würde er gleich eine Glühbirne zerschlagen, daneben eine Kamera
Ernährungsratschläge als Werkzeugkasten

Warum ich den Werkzeugkasten der üblichen Ernährungsberatung für schlecht sortiert halte, und warum ein Hammer als Werkzeug eben nicht ausreicht…

Stau mit vielen Autos und Motorrädern
Ballaststoffe gegen Verstopfung?

Verstopfte Straßen und verstopfte Verdauung werden sehr unterschiedlich behandelt. Es stellt sich - völlig überraschend - heraus: ‘Mehr Verkehr’ hilft nicht beim Auflösen eines Staus

Zwei Hände halten Erde
Regenerative Landwirtschaft im Sinne des Völkerrechts

Warum internationale Gesetzgeber nicht an der Weidehaltung vorbeikommen — und was das für den Teller bedeutet.

Ein Brett mit diversem Gemüse und zwei Eiern
Wozu rät die DGE? Kapitel 2

Eine Sezierung der wissenschaftlichen Grundlagen der DGE-Richtlinien - denn obwohl ich sie ignoriere, will ich mir keine Wissenschaftsfeindlichkeit vorwerfen lassen.

Ein Brett mit diversem Gemüse und zwei Eiern
Wozu rät die DGE? Kapitel 1

Hintergründe der DGE-Ernährungsrichtlinien, wissenschaftliche Grundlagen und die Auswahl von Zielen und Lösungsräumen. Wie sind die Ratschläge gewichtet?

Ein Globus auf einem Tisch. davor ein Buch mit einer Spritze und einige Tabletten
Planetary Health Diet - Das große Missverständnis

Der eine Aspekt, der gern für die ‘Planetary Health Diet’ ins Feld geführt wird, ist ein Aspekt, den der dazugehörige Report explizit nicht betrachtet hat.

Ein Brett mit diversem Gemüse und zwei Eiern
DGE-Empfehlungen. Ein Widerspruch?

Warum die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung meinen komplett anderslautenden Erfahrungen nicht widersprechen

  1. Carcinogenicity of consumption of red and processed meat
  2. Original: “This was the most frustrating professional experience of my life”
  3. Original: “The Working Group assessed more than 800 epidemiological studies that investigated the association of cancer with consumption of red meat or processed meat in many countries, from several continents, with diverse ethnicities and diets”
  4. Original: “…looked at 800 studies, but they used only 18…”
  5. David Klurfeld: Research gaps in evaluating the relationship of meat and health, What is the role of meat in a healthy diet?
  6. Zur Abwechslung mal eine unterhaltsame Ausführung über das relative Risiko, mit ebenso unterhaltsamen Zitaten
  7. SEER Cancer Stat Facts: Colorectal: “Lifetime Risk of Developing Cancer: Approximately 3.9 percent of men and women will be diagnosed with colorectal cancer at some point during their lifetime, based on 2021–2023 data.”. Zentrum für Krebsregisterdaten / RKI: Die Diagnose Darmkrebs wird im Laufe des Lebens bei einer von 19 Frauen und einem von 15 Männern gestellt.
  8. WHO: FAQ zu Fleisch und Krebs
  9. Original: “Processed meat was classified as Group 1, carcinogenic to humans. What does this mean? This category is used when there is sufficient evidence of carcinogenicity in humans. In other words, there is convincing evidence that the agent causes cancer. The evaluation is usually based on epidemiological studies showing the development of cancer in exposed humans. In the case of processed meat, this classification is based on sufficient evidence from epidemiological studies that eating processed meat causes colorectal cancer. […] Processed meat was classified as carcinogenic to humans (Group 1). Tobacco smoking and asbestos are also both classified as carcinogenic to humans (Group 1). Does it mean that consumption of processed meat is as carcinogenic as tobacco smoking and asbestos? No, processed meat has been classified in the same category as causes of cancer such as tobacco smoking and asbestos (IARC Group 1, carcinogenic to humans), but this does NOT mean that they are all equally dangerous. The IARC classifications describe the strength of the scientific evidence about an agent being a cause of cancer, rather than assessing the level of risk.”
  10. Original: “The observational studies are heterogeneous and do not fulfill many of the points proposed by AB Hill in 1965 for inferring causality; his most important factor was strength of the association which in dietary studies is usually < 1.5 but is not considered adequate in virtually all other areas of epidemiology outside nutrition”
  11. Original: “…other explanations for the observations (technically termed “chance”, “bias”, or “confounding”) could not be ruled out with reasonable confidence”
  12. IARC Monographs on the Identification of Carcinogenic Hazards to Humans Questions and Answers