
Insulin, Kapitel 1
Auf dieser Website gibt es einen Insulin- und Blutzucker-Simulator. Dieser verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Essen, Blutzucker- und Insulinanstieg (und natürlich den späteren Abfall der Spiegel). Aber warum ist das Insulin dabei?
Ganz einfach: Hormon der Bauchspeicheldrüse, das Zellen signalisiert, Glukose aus dem Blut aufzunehmen. Zentrales Regulationshormon des Energiestoffwechsels. → mehr ist ein Hormon mit vielen Aufgaben. Eine davon werde ich in diesem Artikel behandeln - und zwar die, die üblicherweise im Widerspruch zu den Zielen einer ganzen Menge von Leuten stehen: Am Ende der Kette steht der Einfluss von Insulin auf das Körpergewicht.
Die Regulation von Blutzucker und Fettspeicherung.

Von Ein Einfachzucker - chemische Bezeichnung für den Zucker, der auch als Blutzucker gemessen wird. Baustein von Stärkemolekülen und 50% von Tafelzucker. Andere Namen: Dextrose, Traubenzucker. → mehr haben die meisten schon gehört - man kann ihn sehr einfach messen (lassen) - beim Arzt, in der Apotheke oder sogar zuhause. Ein normaler Blutzuckerspiegel liegt bei unter 100mg/dL. Oder, anders ausgedrückt: 1g pro Liter Blut. Bei 4-6 Litern macht das etwa einen Teelöffel voll Glukose, der im Blut gelöst ist.
Nach dem Essen steigt in der Regel der Blutzuckerspiegel an - je nachdem was man isst mehr oder weniger steil, und für mehr oder weniger lange Zeit. Kohlenhydrate verursachen den deutlichsten Anstieg - denn sie werden im Verdauungstrakt zu Glukose zersetzt. Und das ist die Substanz, die als Blutzucker gemessen wird, von der wir nur 4g im Umlauf brauchen.
Bei einer Mahlzeit mit 50g Kohlenhydraten müssen also 50g Glukose durch das Blut geschleust werden, in dem normalerweise nur 4-6g gelöst sind.
Zu viel Blutzucker (schon die doppelte normale Menge, wenn er dauerhaft erhöht ist) ist toxisch für den Körper, daher muss dieser möglichst schnell dem Blut wieder entzogen werden. Und das geschieht mit Hilfe von Insulin.
Der Körper schüttet Insulin aus, welches dafür sorgt, dass die entsprechenden Rezeptoren in allen möglichen Zellen ansprechen und den Zucker aus dem Blut entfernen. Darunter ist die Leber, aber auch Muskelzellen. Beide können begrenzte Mengen Zucker (in chemisch leicht anderer Form, als Glykogen) speichern, daher wandelt die Leber überschüssigen Zucker in Fett um. Dieses Fett wird transportiert und ebenfalls mit Hilfe des Insulins eingelagert. Wir kennen das als Gewichtszunahme.
Der Effekt auf den Energiehaushalt
Insulin sorgt also für Umwandlung und Einlagerung von Energieträgern. Allerdings sorgt es für eine Einbahnstraße: Solange der Insulinspiegel erhöht ist, ist es dem Körper unmöglich, einmal weggespeicherte Reserven im Fettgewebe wieder abzubauen. Du kannst das hier in einer Simulation nachvollziehen: Schalte einfach die Ebenen “Fettverbrennungszone” und “erhöhtes Insulin” im Diagramm ein: Je näher der Insulinspiegel an der Fettverbrennungszone ist, desto eher kann der Körper seine Reserven angreifen. Je ferner er davon ist, desto mehr lagert er ein.
Diese Simulation zeigt Blutzucker (rot) und Insulin (blau) mit einem gesunden Stoffwechsel, beim Verzehr von 4 Mahlzeiten mit jeweils 500kcal. Beachte: Je höher der Blutzucker steigt, desto höher steigt auch das Insulin. Und es steigt und fällt unterschiedlich stark an und ab. Auch Stunden nach einer Mahlzeit kann der Insulinspiegel noch höher als normal sein.
Faustregeln:
- Je mehr und je länger viel Insulin im Körper kreist, desto mehr und länger wird Fett eingelagert.
- Je näher der Insulinspiegel an der Fettverbrennungszone liegt (idealerweise direkt drin), und je länger das der Fall ist, desto mehr kann von dem einmal angelegten Vorrat auch wieder abgebaut werden.
Das sieht gar nicht so schlimm aus? Vergleichen wir das mal mit dem gleichen Tagesplan, aber für eine Person, die prädiabetisch diagnostiziert wurde: Das bedeutet diese Person wird allmählich insulinresistent. Das erkennt man in der Regel am höheren Nüchtern-Blutzucker, hätte es aber auch schon viel früher am chronisch höheren Insulinspiegel feststellen können. Leider wird Nüchtern-Insulin üblicherweise nicht gemessen.
Wir sehen ganz deutlich: Wenn wir erstmal eine Insulinresistenz aufgebaut haben - d.h. der Körper braucht mehr Insulin als normal um noch die überschüssige Glukose einzulagern - wird es deutlich schwieriger, an die Reserven zu kommen. Und dann hilft auch nicht der Rat einfach weniger zu essen.
Was hilft ist anders zu essen, so dass der Insulinspiegel niedrig bleibt, und der Körper seine Fettreserven anzapfen kann. Und diese “andere” Art der Ernährung ist der Grund, warum ich diese Website überhaupt angefangen habe.
…und das war nur eine der Wirkungen von Insulin auf den Organismus, Kapitel 1. Für spätere Kapitel sind Themen wie Diabetes, Bluthochdruck und andere geplant









