
Evolutionäre Assoziation: Auftakt und Übersicht
Die Prämisse
Unsere Biochemie ist alt, aber unser Essen ist neu.
Der menschliche Stoffwechsel hat sich über hunderttausende Jahre auf eine bestimmte Nahrungsumwelt eingestellt - und die hat sich sowohl vor 10.000 Jahren (mit der Einführung der Landwirtschaft - obwohl: für einige auch erst vor wenigen hundert Jahren) als auch in den letzten 50 bis 150 Jahren schneller verändert als je zuvor. Immer dann, wenn eine neuartige Ernährungsänderung und eine neuartige Zivilisationskrankheit oder vergleichbares Phänomen im Gleichschritt auftauchen, und es dazu eine plausible biochemische Erklärung gibt, nenne ich das eine evolutionäre Assoziation.
Was diese Serie ist - und was nicht
Diese Serie ist Mustererkennung plus Mechanismus, kein Beweis.
Mir sind folgende Aspekte bewusst - und das ist Teil dieser Serie:
Assoziation ist nicht Kausalität. Eine zeitliche Korrelation und ein plausibler Wirkpfad ergeben eine Hypothese, keine Gewissheit. Ich sage, wo eine Assoziation zu den saubersten der Epidemiologie gehört (z.B. Fruktose und Fettleber) und wo sie eher spekulativ oder am Rand der Lehrmeinung steht.
Kein medizinischer Rat. Ich beschreibe, was ich gelesen habe, und wie ich es einordne - im Stil eines neugierigen Nerds, nicht einer Praxis.
Ehrlich über die Beweislage. Die Kapitel sind unterschiedlich gut belegt. Das gehört transparent gemacht, sonst zieht die schwächste Behauptung die stärkste mit runter. Am Ende sind es aber immer noch Assoziationen, keine Ursachenbehauptungen.
Das Hauptaugenmerk liegt auf den Änderungen der letzten 50-100 Jahre. Die Einführung der Landwirtschaft bekommt zunächst mal nur eine Nebenrolle, aber wer weiß, vielleicht kommen ja noch weitere Kapitel und Aspekte dazu, in denen sie in die Hauptrolle spielt
Warum?
Der Anstoß zu dieser Serie kam aus einer Social-Media Diskussion mit dem Thema des ersten Artikels der Serie, über gesättigte Fette. In dieser Diskussion wollte ich die Befürchtung dass gesättigte Fette gefährlich sind, mit einer einfachen Antwort verwerfen - aber es stellte sich heraus, dass die von mir erwartete Antwort noch sehr viel weitergehende Recherche benötigte.
Die weitere Recherche führte dazu, dass ich mir mehrere Folgefragen gestellt habe, was am Ende zu dieser Serie führte.
Die vier wiederkehrenden Verdächtigen
Über alle Kapitel hinweg tauchen im Grunde vier Treiber immer wieder auf - oft in Kombination:
- Industrielle Saatöle / PUFA - der Umbau des körpereigenen Fetts (Fettgewebe, Gehirn, Keimzellen).
- Raffinierter Zucker / isolierte Fruktose - Überflutung der Leber und Dauer-Wachstumssignale.
- Ultra-Verarbeitung / Zusatzstoffe - was man dem Essen zufügt (z.B. Emulgatoren) oder wegnimmt (Fermentation).
- Der große Mangel - was durch ausgelaugte Böden und Verarbeitung fehlt (z.B. Magnesium, Jod, fettlösliche Vitamine A/D3/K2).
Aktueller Plan für die Serie
Der Erzählbogen führt vom Fett über den Zucker und die Verarbeitung bis zum Mangel und dem sichtbaren Umbau des Körpers. Verzeichnisse und Kapitelnummern folgen dieser Lesereihenfolge:
Block A - Die Fett-Frage (der Umbau des körpereigenen Fetts)
- Zusammensetzung des Fettgewebes: Gewebe spiegelt Ernährung
- Fruchtbarkeit: Die Low-Fat-Ära und der Hormon-Rohstoff Cholesterin
- Psychische Krisen: Dieselben Saatöle, diesmal im Gehirn
Block B - Die Zucker-Schwemme (Überflutung und Wachstumsbefehl)
- Nichtalkoholische Fettleber: Fruktose, der “Alkohol ohne Rausch”
- Körpergröße: IGF-1-Overdrive: größer, früher, kränker. Zählt Größe nun, oder nicht?
Block C - Was wir dem Essen antun (Verarbeitung)
- Sauerteig: nicht das Korn, sondern die verlernte Fermentation
- Emulgatoren: Zusatzstoffe, Leaky Gut, Autoimmunität
Block D - Der große Mangel und der Umbau des Körpers
- Dünger / Magnesium: ausgelaugte Böden treffen Zucker-Zeche
- Jod: vier Halogene, ein Rezeptor
- Zahngesundheit: Karies als Stoffwechselkrankheit
- Kieferorthopädie: der Weston-Price-Effekt, ein sichtbarer Abschluss
Wer sich auskennt, weiss jetzt, was da noch kommt, kann bei sehr drängender Neugier auch selber recherchieren. Wer noch was vermisst, hat die Gelegenheit weitere Kapitel vorzuschlagen.
Und wer sich zu einem Thema bereits vor Veröffentlichung des entsprechenden Kapitels informieren will, findet unter den anderen bereits veröffentlichten Artikeln auf dieser Site unter Umständen auch schon einige Aspekte aus einer anderen Perspektive beleuchtet.









