
DGE-Empfehlungen. Ein Widerspruch?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine komplett andere Ernährung, als ich sie praktiziere. Und obwohl ich die DGE-Empfehlungen gern mit “was ich nicht machen sollte” umschreibe, denke ich, dass wir nicht im Widerspruch stehen:
Schlüssel ist die sehr wohlüberlegte Formulierung der DGE bezüglich der Anwendbarkeit ihrer Empfehlungen. Bei einer Organisation dieser Größe und Reichweite kann ich nur davon ausgehen, dass sie sehr bewusst entschieden haben, wie sie ihre Empfehlungen schreiben.
Dort heißt es:
Die Ernährungsempfehlungen der DGE gelten für gesunde Erwachsene in Deutschland im Alter von 18 – 65 Jahren, die sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel essen (Mischkost).
Ich schlüssele mal die für mich wichtigen Punkte auf:
- für gesunde Erwachsene
- im Alter von 18 – 65 Jahren,
- die sowohl pflanzliche als auch tierische Lebensmittel essen.
Und davon der für diesen Artikel wichtigste Punkt ist #1: “Für gesunde Erwachsene”. Für mich, als durchaus sarkastische Person, heißt das: “Als gesunder Mensch kannst Du es Dir leisten so lange nach unseren Empfehlungen zu essen bis du davon krank wirst … und ab dann gelten unsere Empfehlungen nicht mehr für Dich”?
(Es gibt Schätzungen, dass in Deutschland nur 15-20% der 18-65jährigen als uneingeschränkt gesund gelten (1))
Nach all meinen Erfahrungen mit einer Ernährung, die diese Empfehlungen ignoriert, gibt es eine Menge von Argumenten, die für diese sehr sarkastische Interpretation sprechen:
Anekdotische Evidenz, exemplarisch
Ketose
Fettbetonte und Kohlenhydrat-arme Ernährung hat für mich durchweg positive Ergebnisse gebracht. Alle wichtigen Marker haben sich in die richtige Richtung bewegt. Symptome, die ich vorher hatte, sind vollständig verschwunden. Und seit ich überwiegend in Ketose lebe, kann ich mich sehr viel besser konzentrieren und fokussieren. Und die Körper-Komposition hat sich auch sehr positiv verändert: insbesondere hat meine Umstellung zu einem erheblichen Rückgang des Bauchumfangs geführt.
Schonkost und Ballaststoffe
Zwar rät die DGE zu 30g Ballaststoffen pro Tag, aber bei vielen Erkrankungen heißt es dann: Schonkost. Warum soll ausgerechnet gesunde Nahrung nicht bei der Heilung helfen? Und wenn die Heilung ohne Ballaststoffe besser gelingt, warum sollte ich nach einer Heilung wieder mit Ballaststoffen anfangen?
Eine solche Frage ist das eine - da mir bei Elimination von Ballaststoffen drastische Schwierigkeiten mit der Verdauung in Aussicht gestellt wurden, frage ich mich immer noch, wie lange es dauert, bis diese eintreten werden. Über eineinhalb Jahre mit nur minimalen Ballaststoffen sind sie zumindest bisher ausgeblieben.
Zur ergänzenden Einordnung: Ja, ich habe eine Kondition (ich mag es nicht Krankheit nennen, da es sich um nichts ansteckendes handelt), die seit der strikten Vermeidung von Ballaststoffen 100% symptomfrei geblieben ist. Mehr darüber an anderer Stelle.
Kohlenhydrate
Ein sehr einfaches Argument, bei dem ich sogar explizite Zustimmung aus den Kreisen der Ernährungsberatung erwarte: In der Ernährungsliteratur gibt es den Term essenzieller Nährstoff . Kohlenhydrate (und ebenso Ballaststoffe) sind nirgendwo als “essenziell” aufgeführt. Und aus persönlichem Experiment kann ich bestätigen: Mein Bedarf an exogenen Kohlenhydraten (und Ballaststoffen) liegt bei 0, der Körper funktioniert weiterhin wunderbar.
Anekdotische Evidenz vs Studien
In der Ernährungswissenschaft werden sehr viele Studienergebnisse durch empirische Analysen gefunden. Randomisierte kontrollierte Studien sind zu teuer, und da sich mit Nahrungsmitteln üblicherweise nicht genug Geld verdienen lässt, auch eher selten.
Viele dieser Studien sind entweder industriefinanziert (daher mit vorhersagbaren Ergebnissen) oder von Instituten und Personen durchgeführt, die an anderer Stelle mit ideologischen (teilweise religiösen (2)) Grundsätzen auffallen. Letztere sind meist nicht als Interessenkonflikt deklariert.
Ich halte es dadurch besonders mit zwei Prinzipien, wenn meine eigenen Erfahrungen von publizierten Studienergebnissen abweichen:
Erstens:
Zweitens:
Die überzeugendste Untersuchung/Studie ist ein “n=1 Experiment”, wenn ich selbst die “1” bin (3)
Mein Fazit
Ich esse lieber dauerhaft so, wie ich gesund geworden bin, und nicht so, wie ich mir als gesunder Mensch vermutlich leisten kann, um dann irgendwann wieder in den Krisenbewältigungsmodus zu geraten. Hat sich seit knapp 14 Jahren so bewährt. Und weil ich glaube, dass dieser Ansatz auch vielen anderen helfen kann, habe ich diese Site gestartet - Mein Fazit, in allen seinen Facetten, befindet sich überall auf dieser Site.
Wer glaubt, dass ich damit falsch liege, sollte dazu den Zeitraum nennen, in dem negative Auswirkungen zu befürchten sind: Was sind die Symptome einer Kohlenhydrat- und Ballaststoff-Unterversorgung, und ab wann treten sie spätestens auf?
Ich melde mich dann gerne nach Ablauf dieser Frist nochmal mit den dann aktuellen Erfahrungen, und ob ich meine Ernährung zur Behebung dieses Mangels erneut umgestellt habe.
























